An den Weiher kann doch jeder

Avatar of MaxiMaxi - 31. Mai 2017 - Feuerwehr

Was macht man an einem heißen Sommertag, der nicht schöner sein kann? Richtig. Schwitzen.

Da jeder an einen Weiher fahren kann um sich abzukühlen, dachten wir uns, dass sei zu langweilig. Wir wollten mehr! Deshalb ging es für 5 Kameraden zum Landkreis Ausbildungszentrum in Zolling. Dort testen wir die neue Containeranlage. Und ja, sie hat auch Rambo überlebt.

Aber von Beginn an

Der Landkreis Freising erhielt eine Containeranlage, die durch sogenannte Hartfaserplatten befeuert wird. Im Gegensatz zum gasbefeuerten Container, der etwa alle zwei Jahre zum Ausbildungszentrum kommt, ist die Wärme deutlich höher. Und auch das mit der Kontrolle ist so eine Sache. Denn der neue, fest verbaute Container kann nur durch verschiedene Klappen, also durch die kontrollierte Zufuhr von Luft, gesteuert werden.

Nach einer kleinen Sicherheitsunterweisung ging es zum ersten Punkt der Tagesordnung:

Das Schlauchmanagement.

Dass Nudelsalat deutlich besser ist als ein Schlauchsalat ist jedem Feuerwehrler spätestens nach der ersten großen Übung bewusst. Denn einen Knoten kann man nicht so gut gebrauchen.
In der Praxis werden verschiedene Arten von Systemen verwendet. Wir in Mauern benutzen derzeit sogenannte Schlauch-Tragekörbe. In diesem finden drei C-Schläuche Platz und können nach und nach aus dem Korb gezogen und verlegt werden. Des weiteren gibt es noch Schlauchpakete, in denen das Strahlrohr schon mit eingebunden ist. Das Paket ist um das Strahlrohr gewickelt. Gibt man nun Wasser drauf, so füllt sich der Schlauch und die Kabelbinder/ das Klebe- oder Klettband öffnen sich. Es entstehen einige Kreise am Boden. Mit diesen kann nun ordentlich Unfug betrieben werden. Um Platz zu sparen kann man sie an die Wand lehnen.
Will man die Schlauchreserve verlagern, so kann man diese Kreise (oder Loops) ganz einfach nach vorne rollen. Das spart Zeit und vor allem Kraft.

Jetzt haben wir Schlauch und Wasser. Fehlt noch der richtige Umgang mit dem Hohlstrahlrohr. Hier gibt es unzählige Methoden von Up- and Down bishin zum schwedischen Löschverfahren. Von YMCA ähm, ich meine TCO ganz zu schweigen. Um Rauchschichten zu kühlen, oder das Feuer zurück zu drängen lernten wir hier das Up- and Down Verfahren kennen. Von der Mannschutzbrause wird bei gleichbleibender Durchflussmenge (235 l/min) zum Sprühstoß gewechselt. Bisschen üben, dann klappt das ganz gut.

Jetzt haben wir alles gelernt bzw. wieder aufgefrischt, was wir für den Container brauchten.

Und auf geht's

Aufgeteilt in vierer Gruppen ab in den Container. Ausrüstung an, Atemschutzgerät auf und drüber mit den sexy Ponchos. Für mich war als erstes die Hitzegewöhung dran. Ganz entspannt bei angenehmen Temperaturen von einigen Hundert Grad genossen wir das Feuerspiel. Dancing Angel und die Entwicklung der Rauchschichten. Sehr spannend. Jedem zu empfehlen.

Nach einer kurzen Pause und reichlich Wasser gings weiter. Positionen tauschen.

Das richtige Vorgehen bei einem Kellerbrand. Während die zweite Gruppe unseren Part bei der Hitzegewöhung übernahm, gingen wir mit Wasser in den Container. Was hier geschieht verrate ich mal nicht. Aber achtet auf euer Schlauchmanagement. Man übt es vorher nicht ohne Grund.

Was für ein Tag. Klar ist man nach so einem Seminar kaputt. Aber dann doch sehr glücklich, einen Platz bekommen zu haben. Ich kann es nur jedem Atemschutzler empfehlen. Vor allem in kleineren Feuerwehren bekommt man von solchen Feuern wenig mit. Und wenn es einmal soweit ist, ist man sicherlich froh um diese Erfahrung. Auch ein großes Lob an die Ausbilder, die einen großartigen Job machen und das Konzept für den Lehrgang in Eigenleistung erstellt haben.

 

Kameradschaftliche Grüße

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