Modulare Truppausbildung - MTA

Avatar of vonnebenanvonnebenan - 12. Januar 2018 - Feuerwehr

Rechte & Pflichten


Am ersten Unterrichtsabend (Dauer 2,5 Std.) wurde ein sehr theoretisches, aber doch interessantes Thema behandelt: „Rechte & Pflichten“. Neben dem Bayerischen Feuerwehrgesetz (BayFwG) gibt es noch einige Dienstvorschriften (FwDV) und Richtlinien, die wir besprochen haben.
Neben dem Kennenlernen der Rechte & Pflichten der Feuerwehrangehörigen, erfuhren wir, dass es auch Rechte & Pflichten für Außenstehende und Arbeitgeber gibt. 
Zum Abschluss wurden uns die Dienst- und Führungsgrade bildlich aufgezeigt und erklärt.
 

Brennen & Löschen und Persönliche Schutzausrüstung

Am 16.01. waren 2 Themen auf der Agenda, das erste war "Brennen und Löschen" und das 2. Thema war "Persönliche Schutzausrüstung - PSA".

Brennen & Löschen:
Zum Einstieg in das Thema wurde erklärt, was man unter Brennen versteht.
Brennen ist eine chemische Reaktion von brennbaren Stoff mit Sauerstoff und dabei wird Wärme und Licht frei.
Danach wurde aufgezeigt, welche Voraussetzungen für eine Verbrennung erfüllt sein müssen und dabei das Verbrennungsdreieck erklärt:

  • Brennbarer Stoff
  • Sauerstoff
  • Wärme

Im Anschluss wurden die verschiedene Brände in sogenannte Brandklassen unterteilt:

  • Brandklasse A = Brände fester, glutbildender Stoffe
  • Brandklasse B = Brände flüssiger oder flüssig werdende Stoffe
  • Brandklasse C = Brände gasförmiger Stoffe
  • Brandklasse D = Metallbrände
  • Brandklasse F = Fettbrände

Nachdem wir nun wussten, wie ein Feuer entsteht und welche Arten es gibt, lernten wir, welche Löschverfahren es gibt. Wer sich noch an das Verbrennungsdreieck erinnerte, musste nur eines der 3 Seiten wegnehmen:

  • Abkühlen (der brennende Stoff wird bis unter seine Mindestverbrennungstemperatur abgekühlt)
  • Ersticken (die Zufuhr von Sauerstoff wird gestört)
  • Beseitigen (der brennende Stoff wird entfernt)

Neben dem Wasser, wurden auch die anderen Löschmittel erklärt, wie z.B. Schaum, Löschpulver, Kohlendioxid oder Sand.

Persönliche Schutzausrüstung - PSA:
Zur Grundausstattung eines jeden Feuerwehrangehörigen gehört die Mindestschutzausrüstung nach UVV-Feuerwehr. Zuerst wurde via Präsentationen aufgezeigt, was zur PSA und Mindestschutzausrüstung gehört.
Zur Mindestschutzausrüstung zählen:

  • Feuerwehrschutzanzug
  • Feuerwehrhelm mit Nackenschutz
  • Feuerwehrschutzschuhwerk
  • Feuerwehrschutzhandschuhe

Danach lernten wir die verschiedenen, zusätzlichen Ausrüstungsgegenstände kennen, die zur erweiterten Schutzausrüstung gehören und je nach Einsatzbild erforderlich sind.
Zur erweiterten Schutzausrüstung zählen u.a.:

  • Feuerwehrhaltegurt
  • Feuerwehrbeil mit Schutztasche
  • Feuerwehrleine im Leinenbeutel

Für den technische Hilfeleistungseinsatz gibt es folgende Ergänzungen:

  • Gesichtsschutz
  • Augenschutz
  • Gehörschutz
  • Warnkleidung/weste
  • Infektionsschutzhandschuhe

Als letzter Abschnitt beim Thema "PSA" wurde noch die "besondere Schutzausrüstung" mit ihren Einsatzgebieten erklärt, denn es können bei Feuerwehreinsätzen Gefahren auftreten, bei der die PSA nicht den ausreichenden Schutz bieten kann.

Es gibt u.a. folgende besondere Schutzausrüstung:

  • Brandbekämpfung (umluftabhängiger Atemschutz; Feuerwehrschutzhaube; Feuerwehrüberjacke/-hose)
  • Starke Wärmestrahlung (Hitzeschutzkleidung Form I , II & III)
  • Einsatz mit Chemikalien (Flüssigkeitsschutzanzug, teilw. auch Vollkörper)
  • Einsatz bei radioaktiven Stoffen (Kontaminationsschutzhaube, teilw. auch Vollkörper)
  • Einsatz mit Motorsäge (Schnittschutzhose, Augen-/Gesichtsschutz, Schnittschutzstiefel, Forstarbeiterhelm m. Gesichts- und Gehörschutz)
  • Einsatz zur Insektenbekämpfung (Schutzanzug, Kopfhaube)

Nachdem wir mit dem Theorieteil fertig waren, ging es in die Fahrzeughalle, wo die Helfer schon alle Ausrüstungsgegenstände und sämtliche Schutzkleidung, die die Feuerwehr Mauern vorhält, vorbereitet hatten.
Nun konnten wir die soeben erlernten Themen gleich in der Praxis anschauen, anfassen, anprobieren und Fragen stellen.

Schläuche, Armaturen, Löschgeräte

An diesem Abend ging es nicht wie gewohnt in den Unterrichtsraum, sondern wir trafen uns gleich in der Fahrzeughalle und zogen unsere Einsatzkleidung an. Zum heutigen Thema "Schläuche, Armaturen, Löschgeräte" waren wir mehr praktisch unterwegs und konnten gleich beim Anfassen Fragen stellen und wurden auf der anderen Seite gleich vom Ausbilder mit Fragen und Aufgaben beschäftigt.
Wir lernten u.a. die verschiedenen Schlaucharten: Druckschläuche, Druckschläuche S formstabil und Saugschläuche und deren Größen: A, B, C und D kennen. Neben den Verwendungszwecken erfuhren wir auch einiges über die Handhabung der Schläuche. Im Anschluss zählten wir in der Gruppe die einzelnen Schlauchtypen auf, die die Feuerwehr Mauern vorhält.

Als nächstes gingen wir zu den Armaturen und Zubehör über.
In Gruppen suchten wir nach 3 Kategorien (Wasserentnahme, Löschmittelfortleitung und Löschmittelabgabe) aus den Fahrzeugen die entsprechenden Gerätschaften heraus, danach wurden die einzelnen Gerätschaften benannt und erklärt. Als letztes zum Thema Armaturen wurden noch die Zubehörteile benannt und erklärt, diese sind:

  • Kupplungsschlüssel (Öffnen und verschließen von Kupplungen)
  • Unterflurhydrantenschlüssel (Öffnen der Straßenkappe, öffnen und schließen der Hydranten)
  • Überflurhydrantenschlüssel (Öffnen des Fallmantels, Festkupplung, Überflurhydranten, Absperrpfosten)
  • Schachthaken (Öffnen von verschiedenen Abdeckungen)
  • Mehrzweckleine (Farbe rot)
  • Schlauchhalter (Sichern von Schläuchen)
  • Schlauchtragekorb
  • Schlauchhaspeln (tragbare oder fahrbare)

Als letztes an diesem Abend nahmen wir uns die Löschgeräte vor.
Es wird nach folgenden Geräten unterteilt:

  • Tragbare Löschgeräte
    - Feuerlöscher
    - Kübelspritze
    - sonstige Löschgeräte
  • Fahrbare Löschgeräte 
    - Pulverlöschanhänger

Zur Veranschaulichung wurden mehrere und verschiedene Feuerlöscher aufgestellt. 
Neben den verschiedenen Funktionsweisen (Dauerdruck-, Auflade- oder Gaslöscher), unterscheiden sie sich auch im verwendeten Löschmittel (Wasser, Schaum, Pulver, Kohlendioxid, Gel für Fettbrände).
Zur Kennzeichnung der Verwendung dienen wieder die Brandklassen, die wir schon gelernt haben.
Danach wurde durchgesprochen, wie man einen Feuerlöscher richtig und effektiv einsetzt.

Neben der Kübelspritze verfügt die Feuerwehr auch über ein tragbares HighCAFS und MicroCAFS.
Auch diese Gerätschaften wurden vorgestellt und beschrieben.

Zum Abschluss konnten wir noch die Feuerlöschdecke (z.B. zum Löschen von Personen) und die Feuerpatsche ausprobieren, die man beispielsweise zum Ausschlagen von kleineren Bränden an Wiesen, Feldern oder im Wald verwenden kann.

Funk und alternative Antriebe

Am 20.01. war unser 1. Tagesunterricht angesagt, laut dem Ausbildungsplan war heute das Thema "Funk" und anschließend "alternative Antriebstechnik" dran.
In der ersten Hälfte des Tages war der Theorieteil dran.

Die Ausbilder sind mit uns die Vorschriften und Richtlinien durchgegangen, und haben uns danach die Funktionsweise des Digitalfunkes erklärt. 
Ein kleines aber sehr wichtiges Nebenthema ist auch die Buchstabiertafel oder das Funkalphabet.
Danach kamen wir dem Funken schon näher.

Beim Funken gibt es bestimmte "Spielregeln" die man beachten muss. Dazu zählen z.B. bestimme Schlüsselwörter mit denen man Funkgespräche beginnt und beendet. Außerdem gibt es keine spezielle Anrede.
Anschließend absolvierten wir einen ersten Probelauf.
Jeder von uns erhielt einen Zettel, worauf die Namen der Teilnehmer standen und jedem wurde ein feuerwehrtypischer Funkrufname zugeteilt, so gab es z.B. den Florian Mauern 40/1, Florian Hohenkammer 40/2, Kater Freising 13/1 oder Florian Freising 2/30/1.
Die Aufgabe war, wir funken uns nun gegenseitig an und stellen eine feuerwehrtypische Frage, immer im Hinterkopf, alle vorher erlernten Regeln einzuhalten und anzuwenden. Diese Übung war noch ohne Funkgeräte, wir saßen alle in einem Raum. Neben den Fragen, wurde auch gleich mal das Funkalphabet ausprobiert, was gar nicht so einfach ist.

Wie so oft, ohne Mampf kein Kampf. Es war erstmal Mittagspause angesagt.
Nach der Pause war es endlich soweit, wir bekamen nun Funkgeräte in die Hand. Neben den Funkgeräten aus den Fahrzeugen der Feuerwehr, hatten wir auch Schulungsfunkgeräte vom Landkreis Freising zur Verfügung.
Zuerst wieder etwas Theorie am Gerät, es wurden alle Funktionen erklärt, wie wechselt man die Kanäle oder die Betriebsmodi.
Dann ging es los. Jeder musste sich einen Standort im Gerätehaus suchen und wiederholten wir die vorangegangene Übung. Aber jetzt mussten wir uns ganz auf das Funkgerät und die erlernten Regeln konzentrieren.
Trotz anfänglicher Schwierigkeiten, lief die Übung von Funkspruch zu Funkspruch immer besser.
Zum Schluss wurden die Funkgeräte wieder in die Standarteinstellung zurückgestellt und auf die Fahrzeuge verteilt.

Nach einer kurzen Pause wurden wir durch Fachtrainer vom Feuerwehrausbildungszentrum des Landkreises Freising begrüßt.
Im Gepäck hatten sie eine Präsentation über alternative Antriebstechniken an Kfz.
Diese da wären u.a.:

  • Autogas/Flüssiggas
  • Erdgas
  • Wasserstoff
  • Elektroantriebe

Uns wurden die zusätzlichen Gefahren zu einem normalen Kfz aufgezeigt und welche Möglichkeiten es gibt, wie man solche Fahrzeuge als Feuerwehrler erkennen kann.
Zum Schluss führten sie uns dies noch an zwei Autos vor. Als erstes begutachteten wir ein reines Elektroauto, u.a. schauten wir uns die Rettungskarte des Fahrzeuges an, die etwas umfänglicher ist, als bei einem herkömmlichen Auto. 
Als zweites Auto nahmen wir einen Umbau mit Flüssiggastank unter die Lupe. Nur am zweiten Einfüllstutzen (für das Gas) konnten wir rein äußerlich einen Unterschied ausmachen. Nachdem wir alle unsere Fragen losgeworden sind, verabschiedeten sich die Ausbilder.

Um 16 Uhr hieß es "Feierabend" - ein spannender und interessanter Unterrichtstag geht zu Ende.

 

Einsatzhygiene und Schläuche & Armaturen

Heute hatten wir zweigeteilten Unterricht. Zuerst etwas Theorieunterricht mit dem Thema "Einsatzhygiene", danach ging es in den Praxisteil über mit dem Fokus auf "Schläuche und Armaturen".
Auch bei der Feuerwehr spielt das Thema Hygiene eine sehr wichtige Rolle.

Zum einen gibt es in Feuerwehrhäusern die weiß/schwarz Trennung. Diese besagt, dass man bestimmte Bereiche des Hauses nicht mit Einsatzkleidung betreten darf.
Wir lernten an Beispielen von Einsätzen, in welchen Situationen man sich im Einsatz kontaminieren kann. Verhindern lässt es sich natürlich nicht immer, deswegen folgten danach gleich die Reinigungsmöglichkeiten, die bestehen. Angefangen von der Stiefelwäsche, über die Waschmaschine für die Einsatzkleidung, dem Duschen, bis zur völligen Desinfektion des Feuerwehrfahrzeuges.
Neben Einsatzkleidung können auch Gerätschaften und Schläuche dreckig, bzw. kontaminiert werden.

Der Umgang mit diesen wurde erklärt (kein Transport im Mannschaftraum, einpacken in Tüten) und wie nach der Ankunft im Feuerwehrhaus zu verfahren ist (Gerätschaften reinigen/desinfizieren, Schläuche tauschen).
Höchste Priorität beim Thema Hygiene hat der Eigenschutz! So wurden wir darauf hingewiesen, dass bei Kontakt mit anderen Menschen (z.B. Ersthelfer vor Ort oder bei Verkehrsunfällen) immer zwingend Einmalhandschuhe zu nutzen sind.

Nachdem wir das Thema beendet hatten, ging es zur Fahrzeughalle und wir zogen uns um.

Zunächst übten wir den richtigen Umgang mit dem Schnellangriff am HLF. Jeder musste mal an die Schnellangriffshaspel und den Schlauch ausrollen, die Haspel bedienen und natürlich auch wieder den Schlauch mit der Kurbel einrollen. 
Dann, in zwei Gruppen eingeteilt, ging es an das HLF und LF8 zum Raussuchen von Armaturen und Schläuchen.
Was in der Theorie schon alles besprochen wurde, konnten wir heute in der Praxis vertiefen.
Als erstes nahmen wir uns den Schläuchen an. Wir gingen das bereits Erlernte noch mal mündlich durch.
Neben dem richtigen Umgang mit den Schläuchen besprachen wir auch nochmal die einzelnen Details.

Dannach fingen wir an, Schläuche auszurollen, was manchmal gar nicht so einfach ist. Zuerst nahmen wir uns den B-Schlauch und dann den C-Schlauch vor.
Nach dem Vergnügen ist vor der Arbeit. Natürlich müssen ausgerollte Schläuche wieder ordnungsgemäß eingerollt werden.
Anschließend wittmeten wir uns den Saugschläuchen. Neben richtiger Handhabung, müssen diese auch richtig gekuppelt werden, was wir in Trupps geübt haben.

Letztendlich besprachen wir die Armaturen hinsichtlich ihrer Bedeutung, ihres Einsatzzweckes und ihrer Besonderheiten.
Zum Thema Schläuche wurde dann ein letzter Punkt noch angesprochen, nämlich die Schlauchhaspel.
Schlussendlich sprachen wir auch über die Schlauchhaspel. Ihre Funktionsweise, die Vorteile und den Unfallschutz. Zum Testen und Üben zur sicheren Entnahme vom Fahrzeug, wurde dann auf die Verkehrsabsicherungshaspel umgeschwenkt (Gewicht).

Damit war ein weiterer MTA-Abend abgeschlossen.

Fahrzeugkunde

Am 25.01.stand das Thema "Fahrzeugkunde" auf dem Plan. Hierzu fuhren wir nach Moosburg, um auch andere Fahrzeugtypen und Kategorien zu sehen.

Nach kurzer Begrüßung durch den Gerätwart ging es dann auch schon los. Neben Erklärungen der unterschiedlichen Fahrzeuge, konnte man auch in Ruhe schauen, anfassen und Fragen stellen.

Im folgenden wurden folgende Fahrzeuge vorgestellt:
Florian Moosburg:

  • 11/1 - MZF (Mehrzweckfahrzeug)
  • 12/1 - ELW 1 (Einsatzleitwagen)
  • 23/1 - TLF 24/50 (Tanklöschfahrzeug)
  • 30/1 - DLK 23/12 (Drehleiter mit Korb)
  • 40/1 - LF 16/12 (Löschgruppenfahrzeug mit Rettungssatz)
  • 41/1 - LF 16/12 (Löschgruppenfahrzeug)
  • 43/1 - LF 8/6 (Löschgruppenfahrzeug)
  • 56/1 - GW-L2 (Gerätewagen Logistik 2 mit 2000m B-Schlaukomponenten)
  • 61/1 - RW (Rüstwagen)

Anschließend durften wir noch eine kleine Exkursion durch die Feuerwehr machen und konnten so z.B. einen Blick in die Werkstatt oder Schlauchwäsche werfen.

Nach den ganzen Feuerwehrfahrzeugen und den dazugehörigen Einblicken, verging die Zeit wie im Fluge, sodass wir wieder den Heimweg antraten.

Wir danken der Feuerwehr Moosburg, dass wir vorbeischauen durften.

Verhalten bei Gefahr

Am 29.01. stand das theorische Thema "Verhalten bei Gefahr" auf dem Plan.

Wir lernten beispielsweise welche Gefahren bei einem Unfall, Brand oder sonstigen Einsätzen auf Mensch, Tier und Sachdinge einwirken können. 
Neben der Bevölkerung trifft dies auch auf den Feuerwehrler selbst zu!

Da die einzelnen Gefahren umfangreich und unüberschaubar sein können, bedienen sich die Einsatzkräfte des Gefahrenschemas, einer Merkregel (4A-1C-4E-Regel), die die wichtigsten Gefahrenschwerpunkte benennt.

  • Atemgifte
  • Angstreaktionen
  • Ausbreitung
  • Atomare Gefahren
  • Chemische Gefahren
  • Einsturz
  • Erkrankung (Verletzung)
  • Explosion
  • Elektrizität 

Die einzelnen Punkte der Merkregel wurde durchgesprochen, wann sie auftreten, wie man sie erkennt und wie damit umzugehen ist.

Neben der Merkregel bestehen jedoch weitere Gefahren, die auftreten können, wie z.B.

  • Auf dem Weg zum Gerätehaus
  • Unvollständige Schutzausrüstung
  • Gefahren auf dem Weg zum Einsatz und durch fließenden Verkehr
  • Gefahr durch Sichtbehinderung, Dunkelheit oder durch Absturz

Zusätzlich zu der Merkregel gibt es bei Unfällen mit Gefahrstoffen noch die sog. GAMS-Regel.
Diese hat folgende Bedeutung:

  • Gefahr erkennen
  • Absperren 
  • Menschenrettung
  • Spezialkräfte an/nachfordern

 

Als Zusammenfassung wurde dann nochmals aufgezeigt:
- Sicherheut und Eigenschutz gehen vor
- Bei allen Einsätzen die Merkregel anwenden
- Ein verletzter Helfer kann nicht mehr helfen

Verhalten im ABC-Einsatz

Unser nächster Theorieunterricht am 01.02. war "Verhalten und Gefahren im ABC-Einsatz". Und nein, es hat nichts mit dem Alphabet zu tun.

Die erste Frage die uns beschäftigte lautete:
"Woran erkenne ich Gefahrgut?"

  • Erkennbar an Symbolen der Gefahrgutklasse und Gefahrentafel

Die Gefahrentafel (orangefarbene Tafel) ist in zwei Bereiche aufgeteilt, im oberen Bereich befindet sich die "Kemler-Zahl" (Bezeichnung der Gefahr) und im unterem Bereich die "UN-Nummer" (Kennzeichnung des Stoffes).
Es gibt folgende Kemler-Zahlen:

2 - Gefahr des Entweichens von Gas durch Druck oder chemische Reaktion
3 - Entzündbarkeit von Flüssigkeiten (Gase/ Dämpfe) oder Selbsterhitzung flüssiger Stoffe
4 - Entzündbarkeit von festen Stoffen oder selbsterhitzungsfähigen festen Stoffen
5 - Oxidierende (brandfördernde) Wirkung
6 - Gefahr durch Giftigkeit oder Ansteckung
7 - Gefahr durch Radioaktivität
8 - Gefahr durch Ätzwirkung
9 - an 1. Stelle: Umweltgefährdender Stoff; verschiedene gefährliche Stoffe
9 - an 2. oder 3. Stelle: Gefahr einer spontanen heftigen Reaktion
0 - Ohne besondere Gefahr (nur als Platzhalter der zweiten Stelle)
X - Reagiert auf gefährliche Weise mit Wasser (der Zahl vorangestellt)

Die UN-Zahl gibt den genauen Gefahrstoff an, der sich im Behältnis (Tank, Container, Verpackung) befindet, z.B."1203" = Diesel.

Nach dem Erkennen eines Gefahrguteinsatzes geht es um das richtige Absperren der Unfallstelle.
Wichtig ist die Windrichtung bei der Anfahrt und beim Abarbeiten des Einsatzes. Danach wird ein Gefahrenbereich festgelegt, dieser muss mindestens 50m betragen. Um den Gefahrenbereich wird ein Absperrbereich festgelegt, dieser beträgt mindestens 100m.
Im Gefahrenbereich dürfen sich nur Einsatzkräfte mit spezieller Ausrüstung, im Absperrbereich nur erforderliche Einsatz- und Unterstützungskräfte aufhalten.

Welches Verhalten im ABC-Einsatz ist wichtig?
Neben dem Gefahrenschema (4A-1C-4E-Regel) sind weitere Regeln einzuhalten:

  • Keine Zündquellen mitführen
  • Gefahrenbereich nur mit angeordneter Schutzausrüstung betreten
  • Hinweise auf ABC-Gefahrstoffe sofort melden
  • Einsatzhygiene unbedingt beachten
  • Nicht essen, trinken oder rauchen
  • Verlassen des Gefahrenbereiches nur über den Dekon-Platz
  • Bei Erkennen von gesundheitlichen Störungen durch einen ABC-Stoff umgehend melden

Neben der persönlichen Schutzausrüstung wurden uns im Unterricht auch die erweiterten Schutzausrüstungen vorgestellt:

  • Form 1 - Schutzhaube zur Abdeckung freier Körperstellen im Hals- und Kopfbereich
  • Form 2 - nicht gasdichte Schutzanzüge
  • Form 3 - gasdichter Schutzanzug mit innenliegender oder außenliegender Atemluftversorgung

Danach lernten wir noch die verschiedenen Stufen eines Dekon-Platzes kennen:

  • Dekon-Stufe I - Not-Dekontamination von Personen (Not-Dekon)
  • Dekon-Stufe II - Standard-Dekontamination
  • Dekon-Stufe III - Erweiterte Dekontamination im ABC-Einsatz

Um das Erlernte zu vertiefen, haben wir zum Abschluss ein kleines Planspiel gemacht. Hierbei sahen wir, wie schnell es passieren kann, zu einem Gefahrgutunfall gerufen zu werden. In unserem Beispiel wurde ein Unfall mit einem Tank-LKW (beladen Diesel) inszeniert. Neben der Gefahr für die Einsatzkräfte untersuchten wir auch die möglichen Gefahren für die Umwelt.

Geräte für die einfache und erweiterte Hilfeleistung

Am heutigen Abend ging es direkt in die Fahrzeughalle, auf dem Übungsplan stand das Thema "Geräte für die einfache und erweiterte Hilfeleistung".

Geübt haben wir an drei verschiedenen Stationen mit unserem HLF und dem LF8.

An der ersten Station lernten wir die strombetriebenen Gerätschaften der Fahrzeuge kennen.
Um mit diesen überhaupt arbeiten zu können, wurde zuerst der Stromerzeuger vorgestellt. Anschließend ging es zu den einzelnen Gerätschaften, z.B.:

  • Kabelrolle
  • Lichtmast
  • Stromverteiler
  • Winkelschleifer (ugs. Flex)
  • Säbelsäge
  • Nasssauger
  • Tauchpumpe
  • Elektrowerkzeug

An der zweiten Station besprachen wir die Funktionsweise und den Aufbau der verschiedenen Tragen, die in den Fahrzeugen verlastet sind:

  • Spinebord
  • Schaufeltrage
  • Krankentrage

Danach begutachteten wir die verschiedenen Sägen und Schneidwerkzeuge:

  • Kettensäge
  • Rettungsäge
  • erweiterte Schutzausrüstung für die Ketten-/ Rettungssäge
  • Handsäge
  • Glasmaster (Glassäge)
  • Notfallhammer

Anschließend waren die Hilfsmittel, die auf dem Dach verlastet sind, an der Reihe:

  • Einreißhaken
  • Hebelhilfe

Zum Schluss wurden noch folgende Gerätschaften erklärt:

  • Axt
  • Feuerwehraxt
  • Halligan-Tool
  • Spaten
  • Bolzenschneider

An der dritten Station wurden die Gerätschaften größer und schwerer.
Zunächst lernten wir die Funktionweise der Hebekissen kennen und wie man sie effektiv mit dem Unterlegholz einsetzt. Danach beschäftigten wir uns mit dem Mehrzweckzug, dem Sperrwerkzeug und dem Werkzeugkoffer.
Zu guter Letzt beschäftigten wir uns mit dem hydraulichen Rettungsgerät. Unser HLF verfügt über einen kompletten hydraulischen Rettungssatz, dieser beinhaltet:

  • Rettungsschere
  • Rettungsspreizer
  • 2 unterschiedlich große Rettungszylinder

Neben den Gerätschaften wird noch Unterbaumaterial und ein Schwelleraufsatz benötigt.

Zusätzlich besprachen wir auch Sicherheitsvorkehrungen, die es zu beachten gibt.

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