Berufsfeuerwehrtag der Jugendfeuerwehr 2026

Berufsfeuerwehrtag der Jugendfeuerwehr 2026

5, 13, 15, 24 - kein Rätsel sondern die wichtigsten Zahlen des Berufsfeuerwehrtags 2026 der Jugendfeuerwehr Mauern:

  • 5 Übungseinsätze
  • 13 Jugendfeuerwehrler
  • 15 Betreuer und Helfer
  • 24 Stunden

Am Freitag, den 18. September 2026, pünktlich um 17 Uhr begrüßte der Jugendwart Louis Kirchner die “Wilde 13” (JFW) und die Betreuer und Helfer in der Fahrzeughalle. Kurz danach wurden die Verhaltensregeln für die nächsten 24 Stunden durchgesprochen und die Einteilung der Plätze in den Feuerwehrfahrzeugen festgelegt. Anschließend ging es ans Aufbauen der vom Landkreis Freising freundlicherweise geliehenen Feldbetten (vielen Dank dafür!) und das Verstauen der persönlichen Sachen.

Als sich die ersten Nachwuchsfloriansjünger schon auf das Abendessen freuten, erfolgte der Alarm zum ersten Übungseinsatz: “THL 1 - Ölspur”. Auf dem Parkplatz der Grundschule Mauern galt es eine ca. 200 Meter lange “Ölspur” zu beseitigen und den flüchtigen Verursacher aufzufinden und Erste Hilfe-mäßig zu versorgen. Angetrieben von Begeisterung für die Feuerwehr und Vorfreude auf die Verpflegung war diese Aufgabe so schnell erledigt, daß die fürs Grillen zuständigen Helfer etwas in Bedrängnis kamen. Als erfahrene Aktive nutzen sie ihr Fachwissen und halfen mit geeigneten Mitteln etwas nach, sodass wie vorgesehen um 19 Uhr die Teller mit Grillfleisch und -würsten, Semmeln und dreierlei Salaten gut gefüllt und der Hunger damit gestillt werden konnte.

Nach dem Abräumen von Geschirr und Besteck wurde “Werwolf” in großer Runde gespielt - diesmal gewannen die bissigen Halbmenschen und die Dorfbewohner hatten das Nachsehen. Eine Zahnputzparty und etwas Chillen füllten die Zeit bis zur Bettruhe um 22 Uhr. Dies galt natürlich nicht für die zur Nachtschicht eingeteilten Helfer: sie bereiteten den nächsten Alarm zu später Stunde vor.

Gegen 22:45 Uhr ertönte die Alarmdurchsage “Personensuche im Wald - 2 Arbeiter vermisst” Für die Nachwuchskräfte galt es, die Schläfrigkeit zu überwinden, schnell in die JFW-Einsatzkleidung zu schlüpfen und laut Sitzplatzzuordnung innerhalb von wenigen Minuten sich auf den Fahrzeugen einzufinden. Dies gelang vorbildlich und als auch der Fahrer für den MTW Mauern 14/1 gefunden wurde, setzte sich der Einsatzzug unter Beteiligung des Kreisjugendwartes, Roman Bittrich, in Richtung Waldruh in Bewegung. Im Wald bei Kronwinkl galt es mit Taschenlampen, Wärmebildkamera und lautem Rufen die beiden Vermissten ausfindig zu machen - was sich trotz der klaren Nacht mit etwas Mondschein schwieriger als gedacht herausstellte. Auch Ortsangaben sind nicht immer einfach zu benennen, wie ein Funkspruch als Antwort auf die Frage, wo sich eine Gruppe der Jugendfeuerwehrler befindet: “Bin hier mitten im Wald”, deutlich machte. Der steile Abhang von den Fahrzeugen zu den aufgefundenen Waldarbeitern musste nochmal bewältigt werden: diesmal ausgestattet mit zwei Spineboards zum Transport der Verletzten - die erfreulicherweise dank guter Erster Hilfe-Versorgung dann den Weg doch selbständig zurücklegen konnten. Kurz nach Mitternacht kehrten alle wohlbehalten zum Feuerwehrhaus zurück und schliefen erschöpft ein.

Als besonderes Schmankerl bot Benedikt Bößl, zuständig für die Erste Hilfe-Ausbildung und die Feuerwehr-Sanitäter, den Frühaufstehern um 6 Uhr ein morgendliches Fitnessprogramm an - ehrlicherweise mit überschaubarem Zuspruch, den der nächsten Übungseinsatz “Baum auf Radweg - eine Person eingeklemmt” zur gleichen Zeit hatte Priorität. So hart solch ein “Kaltstart” bei acht Grad Celsius Außentemperatur zu früher Stund' und leerem Magen sein mag, er ist nicht unüblich für Feuerwehreinsätze, und vermittelt so wie sich das am eigenen Leib anfühlt und wie man lernt, damit gut umzugehen. Nach Aufbau der Verkehrsabsicherung ging es dem Geäst mit einer Bügelsäge “an den Kragen”; das Jugendwartteam macht aus der Not eine Tugend und jeder JFWler  durfe sich - im wahrsten Sinne des Wortes - eine Scheibe vom Baumstamm abschneiden und später individuell mit Farbe künstlerisch gestalten. Die verletzte Person wurde vorbildlich Erste Hilfe-versorgt und betreut. Nach Einsatzende und Rückkehr gabs ein deftiges Frühstück mit Weißwürsten, Brezn und Heißgetränken. 

Gerade als sich etwas Langeweile einschleichen wollte, folgte die vierte Aufgabe: “Zimmerbrand im alten Sportlerheim - 2 Personen vermisst”. Vor Ort gingen zwei Atemschutztrupps zur Erkundung und Brandbekämpfung vor, löschten das Feuer und retteten die Personen - Erste Hilfe samt Sauerstoffgabe natürlich inklusive. Zurück gab es nach dem Mittagessen am Bauhof ein Anschauungsbeispiel in "Feuer und Rauchkunde" - dazu wurde anhand einer Sperrholzbox, deren Öffnung zeitweise verschlossen wurde, eindrucksvoll gezeigt wie ein Rauchdurchzündung (auch Flashover genannt) aussieht, welche Farbe und Form der Rauch kurz davor hat und welche Gefahren für die Aktiven bestehen.

Ein besonders kniffliges Schmankerl hat sich das Jugendwart- und Helferteam für die letzte Übung ausgedacht, Alarmstichwort: “Eingeklemmte Person unter Container”. Wieder rückte der FF-Einsatzzug mit den drei Fahrzeugen voll besetzt aus, um am Mauerner Wertstoffhof eine Person (Übungspuppe mit 75kg Gewicht) unter einem großen Container eingequetscht vorzufinden. Nach kurzer Sichtung durch die Gruppenführer wurden zwei Teams eingeteilt: das erste kümmerte sich um die Patientenversorgung und -betreuung, das zweite organisierte den Unterbau und das Anheben des zig Tonnen schweren Containers. Wie im echten Einsatzleben gelingt auch bei Übungen nicht alles reibungslos - was sich durchaus positiv auf die Kräfte auswirkt, in Form von Alternativen suchen und umsetzen. Der erste Ansatz mittels per Druckluft aufblasbaren Hebekissen scheiterte, so dass der “Büffelheber” (ein hydraulischer Heber) zum Einsatz kam. Damit war es möglich den Verunfallten aus seiner misslichen Lage zu befreien, um ihn dann per Spineboard an den Rettungsdienst übergeben zu können. Während der Übung wurde von den Jugendfeuerwehrler das X-ABCDE Schema durchgearbeitet, sowie die immer richtigen Maßnahmen wie Wärmeerhalt per Rettungsdecke, Überwachung der Vitalwerte und der Atmung sowie durchgehende Patientenbetreuung und Mitteilung was um ihn herum passiert, umgesetzt. Nach circa einer Stunde war die Übung, welche vom zuständigen Kreisbrandinspektor, Andreas Müller aufmerksam begleitet wurde, beendet und die Mannschaft rückte ein.

Zum Abschluß der Veranstaltung am Samstag Nachmittag lobte nicht nur das Jugendwartteam die Einsatzfreude, Lernbereitschaft und aktive Umsetzung durch die Nachwuchskräfte, sondern auch der erste Bürgermeister von Mauern, Georg Krojer, sowie der für Mauern zuständige Kreisbrandmeister, Johann Hofmaier, stimmten dem zu. Beide betonten die Wichtigkeit und Notwendigkeit der Feuerwehr und dass es dabei nicht nur um Lernen, Freude und Gemeinschaft geht, sondern man auch fürs eigene Leben positive Inhalte mitnehmen würde. Dies wurde vom ersten Kommandanten der FF Mauern, Michael Hübner, und dem Vereinsvorstandsvorsitzenden, Frank Mewes, bekräftigt und nochmal durch einen Dank an alle im Vorder- und Hintergrund Mitwirkenden abgerundet. Katharina Baumeister gab sich die Ehre und knipste noch ein Gruppenfoto für einen bald erscheinenden Artikel in der Moosburger Zeitung und anschließend verabschiedenten sich alle ins verdiente Restwochenende.

(Text und Bilder: Feuerwehr Mauern)